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Liebe mögliche und unmögliche Leserinnen und Leser, liebe LitKom-Kolleg\*innen, hier ist – wie versprochen – der Entwurf für unseren Beitrag zur Tagung im nächsten Jahr. Wie angekündigt ist der Artikel noch alles andere als fertig. Wir verstehen ihn als Werkstattbericht und freuen uns auf Eure Kommentare, die die Tagungsorganisator/innen (Frank Meyhöfer, Friederike Neumann und Swantje Lahm) dann freischalten, wenn sie den Kommentierungsrichtlinien entsprechen. Was wir uns wünschen würden: Hinweise zu Dingen, die Ihr nicht versteht, die Ihr überflüssig findet, die aus Eurer Sicht fehlen. Anregungen zum Weiterdenken. Was würdet Ihr noch gern lesen? Gern Hinweise zu Literatur. Wir haben zwar auch schon ein paar Ideen, an welchen Stellen wir auf welche Texte verweisen, aber wir hatten noch keine Zeit dazu, auf dieser Ebene zu arbeiten. Mussten erstmal unsere eigenen Gedanken klären. Wir danken Euch im Voraus für die Aufmerksamkeit und Mühe, die es bedeutet, unseren Text zu lesen und zu kommentieren! Herzlich, Stefanie & Marko # Willkommen in der Wissenschaft: Hausarbeiten in der Gruppe entwickeln als transformative Erfahrung Dieser Aufsatz beschreibt und diskutiert einen Versuch, den Prozess des Planens, Strukturierens und Schreibens einer Hausarbeit im Rahmen einer geblockten Lehrveranstaltung im Herbst 2019 in die Gruppe zu holen. Die Leitfragen, die dieses Seminar begleitet haben und die auch im Zentrum deses Textes stehen: Wodurch kann ein Hausarbeits-Begleit-Seminar gute und brauchbare Erfahrungen ermöglichen, die Studierende auf weitere wissenschaftliche Schreibprojekte übertragen können? Worauf kommt es dabei besonders an? Sind es schreibunterstützende Inputs, Modelle, Methoden und Übungen? Sind es Zwischendeadlines, die den Prozess strukturieren? Oder ist es der Austausch mit Anderen zum eigenen Arbeitsprojekt, das so zum Objekt bewusster handwerklicher Entscheidungen und Eingriffe wird? Unsere Diskussionen bei der Vor- und Nachbereitung der Seminarblöcke, aber auch die Reflexionstexte, die die Studierenden zwischen den Blöcken verfassten und in einem Abschlussportfolio gesammelt haben, haben den Gedanken bestärkt, dass in Veranstaltungen, die Studierende beim Lernen und Praktizieren des wissenschaftlichen Schreibens unterstützen möchten, zwei Elemente besondere Aufmerksammkeit verdienen: Erstens, die ++Arbeit am eigenen, spezifischen Projekt++ in den Formen des Genres Hausarbeit. Zweitens, die Herstellung eines ++sozialen Resonanzraumes++, in dem Klärungen und Entscheidungen reflektiert und vorbereitet werden können, die das wissenschaftliche Schreiben ausmachen. ==Hier müssten - zumindest nach Tobias Schmohls Verständnis von SoTL - unbedingt noch Hinweise auf Literatur zum Thema hin. k.A. ob es hier einen 'Forschugsstand' gibt. Kommentare hierzu (beides, Voten dafür und dagegen und Hinweise auf relevante Forschungsliteratur) sind sehr willkommen!== Ludwig Huber 2009? Royce Sadler ... ## Der organisatorische Rahmen: Das Seminar "Schreiben im Studium. Prozesse, Strategien, Zusammenarbeit" Das Seminar „Schreiben im Studium. Prozesse, Strategien, Zusammenarbeit“, Teil eines fächerübergreifend angelegten Moduls zu Studientechniken, wurde vor dem Jahr 2019 schon in unterschiedlichen Formen durchgeführt und ist von uns grundlegend neu konzipiert worden: Anstatt wie bisher zweiwöchentlich in vierstündigen Blöcken während des Semesters, fand es in der neuen Form in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Sommer- und Wintersemester in drei ganztägigen Blöcken statt. Das Seminar sollte helfen, den Prozess des Hausarbeitschreibens zu strukturieren, indem es einerseits Etappendeadlines vorgab (Anfang – Mitte – Ende des Prozesses) und andererseits einen Raum für übungsgestützte Reflexionen von Klärungs- und Entscheidungsprozessen zu geben, die oft implizit bleiben und von Schreibenden alleine am heimischen Schreibtisch durchlaufen werden. Die Teilnehmer\*innen konnten je vier Leistungspunkten erwerben und mussten jeweils ein Hausarbeitsprojekt einbringen, das sie im Rahmen des Seminars vorantreiben sollten. Bei einem ++Vorabtreffen++ wurden die Bedingungen (Bearbeiten einer aktuellen Hausarbeit, Anwesenheitsnotwendigkeit, erwartete Formen der Mitarbeit) bekanntgegeben, woraufhin sich eine feste Gruppe von zwölf Studierenden unterschiedlicher textintensiver Fächer in allen Phasen des Bachelor- und Masterstudiums gebildet hat, die bis zum Schluss am Seminar teilnahm. Die ++erste Sitzung++ diente der inhaltlichen Planung der Arbeiten und der Vorbereitung der Materialbearbeitung. Im Zentrum der ++zweiten Sitzung++ stand die Strukturierung des gesammelten Materials und das Entwickeln einer Gliederung für den Text der Arbeit. Die ++dritte Sitzung++ gab Gelegenheit, die Überarbeitung der Rohfassung der Hausarbeit zu beginnen, d.h. sich darüber klar zu werden, wie so eine Überarbeitung überhaupt angegangen werden kann und wie auch in diesem Prozess aktiv Textfeedback von anderen eingehol und genutzt werden kann. ### Die Ziele des Seminars Die Vermittlung von Studientechniken durch Ratgeberliteratur, Propädeutika und Tutorien war noch nie so verbreitet wie heute. Dennoch sind viele Studierende, wenn sie ihre ersten Hausarbeiten schreiben, nicht darauf vorbereitet, die allgemeinen Hinweise zum Planen, Recherchieren und Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten im Rahmen eines spezifischen und konkreten Projekts umzusetzen. Es stellen sich für die Studierenden viele sehr konkrete Fragen: Was genau ist bei *meinem* Thema eine gute Fragestellung? Wie muss genau dieses Thema eingegrenzt werden? Wie viel Literatur ist genug oder zu viel? Wie zitiere ich richtig? Wie formuliere ich wissenschaftlich in meinem Fach? Wie und warum muss ich diesen Text jetzt überarbeiten? Wer regelmäßig wissenschaftlich schreibt, weiß: diese Fragen stellen sich bei jedem neuen Projekt auf neue Weise und bieten je nach Projekt neue Herausforderungen. In der Gruppe zu erfahren und darüber zu reflektieren, dass wissenschaftliches Schreiben viele ganz spezifische und schwierige Entscheidungen erfordert, für die es kein einfaches Rezept gibt, über die man aber vorbereitend sprechen kann, ist eine gute Grundlage für die Entwicklung wissenschaftlicher Schreibkompetenz im Studium. Ziel unseres Seminars war deshalb, den teilnehmenden Studierenden Gelegenheit zu geben, die vielen Schritte, Entscheidungen und Handlungen an einem konkreten Projekt zu vollziehen und zu reflektieren und damit besser auf zukünftige Schreibprojekte vorbereitet zu sein. ### Worauf wir unsere Auswertung stützen Die wichtigste Quelle, auf die wir uns bei der Bewertung des Seminars und seines Erfolgs stützen, sind Modulportfolios, in denen die Studierenden Reflexionstexte aus dem Seminar gesammelt haben. Im Folgenden werden wir an mehreren Stellen aus diesen Texten zitieren, um unsere Überlegungen und Schlussfolgerungen zu belegen. Unsere Ausführungen basieren aber auch auf unserer eigenen Diskussion während der Vor- und Nachbereitungen der einzelnen Sitzungen. Als Lehrende, die zum ersten Mal im Team-Teaching zusammenarbeiteten, mussten wir die Erwartungen an die Studierenden und ihren Umgang mit unserem Lehrangebot regelmäßig miteinander abgleichen, so dass nicht nur die allgemeinen und spezifischen Lehr-Lernziele, die unsere Veranstaltung verfolgte, sondern auch unsere eigenen Vorstellungen vom Gelingen auf der Ebene der Seminarkommunikation sehr explizit wurden. Eine quantitative Auswertung des Seminars nehmen wir nicht vor. Allgemeinere Schlussfolgerungen, die wir auf der Basis unseres Materials und unserer Diskussionen ziehen, haben Thesencharakter. Im Folgenden beschreiben wir anhand des Materials (1) die Erwartungen der Studierenden an das Seminar, (2) die Kommentare der Studierenden zur Struktur unseres Seminars, (3) ihre Einschätzung der Inputs, Methoden und Übungen, die wir im Rahmen des Seminars angeboten haben und (4) ihre Kommentare zu den Austausch- und Reflexionsgelegenheiten im Seminar. In unseren Schlussfolgerungen kommen wir auf unsere eigenen Erwartungen zurück und versuchen, aus unseren Erfahrungen allgemeine Thesen zum Schreibenlernen im Studium zu generieren. ## Durchgang durch das Material ### 1) Die Wünsche der Studierenden Hier zitieren wir aus Freewritings, die die Studierenden beim Vorabtreffen zu ihren Erwartungen geschrieben haben. > „Durch dieses Seminar möchte ich lernen, schneller, zielführender und letztendlich erfolgreicher Hausarbeiten zu verfassen.“ > > „Von diesem Seminar erwarte ich insgesamt meinen bisherigen Schreibprozess reflektieren und verbessern zu können. Ich hoffe durch den Austausch mit meinen Kommiliton\*innen neue Strategien kennenzulernen und meine bisherigen Probleme thematisieren zu können.“ > > „Das Problem meinerseits ist, dass ich keine richtige Struktur und vor allem keine Schreibstrategien beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten habe.“ > > „[Ich erhoffe mir] mehr Struktur und Qualität in meine Hausarbeiten und andere Schreibprojekte zu bringen. Dafür würde ich gerne Techniken oder Methoden kennenlernen, die mir einen strukturierteren Ablauf und ein reibungsloseres Schreiben ermöglichen.“ Wie diese Zitate zeigen, hofften die Studierenden, dass das Hausarbeitenschreiben durch unser Seminar ++leichter++ werden würde, dass „Struktur“ (auch in den Erwartungs-Texten der anderen Studierenden ein häufig gebrauchtes Wort) ihnen ein schnelleres, reibungsloseres Arbeiten ermöglichen würde. Auch Wünsche danach, zu „optimieren“, „zügig“, „effizienter“ zu arbeiten, ein „gezielteres und überschaubareres Schreiben“ hinzubekommen, wurden deutlich. Bei einigen Seminarteilnehmer\*innen, v. a. solchen, die bis dato nur wenig Erfahrung mit dem wissenschaftlichen Schreiben hatten, wurde der Wunsch deutlich, zu lernen, wie man es „richtig“ angeht. Hier ein Beispiel: > „Gerade für diejenigen, die noch wenig Erfahrung mit solchen Schreibprojekten mitbringen, ist es ein von großem Vorteil, das korrekte, beziehungsweise optimale Vorgehgen vermittelt zu bekommen und es sogleich anwenden zu können.“ Interessant finden wir, dass einige Studierende problematisierten, dass es schwierig sei, Themen zu bearbeiten, für die sie sich nicht interessierten. Eine Person äußerte sogar die Hoffnung > „... Strategien zu lernen, die mir helfen auf ein Seminar und vor allem eine Arbeit vorbereitet zu sein, die nicht meinem eigentlichen Interesse entspricht.“ In den Erwartungs-Freewritings gab es aber auch Stimmen, die die subjektive Seite und die „Motivation“ (ein in diesem Zusammenhang häufig gebrauchtes Wort) für das wissenschaftliche Schreiben stärker betonten, als dass sie Erwartungen an eine bessere Anpassung an die vorgegebene Zeittaktung, das richtige Vorgehen oder gar die Bearbeitung von unattraktiven Themen formulierten. So wünschte sich ein\*e Teilnehmer\*in, „nicht mehr mit negativen Emotionen, Stress und Überforderungen“ zu kämpfen zu haben und einen verständnisvollen Umgang im Seminar. Ein\*e Teilnehmer\*in bekundete: > „Meistens bin ich genau dann motiviert über ein Thema zu schreiben, wenn ich es selbst ausgesucht habe und ein persönliches Interesse daran habe. Dann bleibe ich auch motiviert und habe Lust an dem Thema zu arbeiten.“ Und ein\*e andere\*r schrieb: > „Es ist hilfreich den Fokus darauf zu legen, was einen selbst interessiert, dadurch fallen einem Themen oder vielleicht sogar Fragestellungen ein, die sich für eine Hausarbeit gut verwenden lassen können.“ ==Hier fehlt noch der Abschluss== ### 2) Kommentare der Studierenden zur Seminarstruktur Unterschiede im Umgang mit der Seminarstruktur, d.h. der Taktung des Arbeitsprozesses durch die drei Sitzungen, wurden schon im zweiten Arbeitsblock deutlich: Kurz vor dem zweiten Treffen hatten wir eine E-Mail mit Fragen zur Literaturarbeit[^1] verschickt, die zwischen Treffen I und II gemacht werden sollte. Von zwölf angeschriebenen Teilnehmer\*innen antworteten neun. Fünf Teilnehmer\*innen berichteten von einem zwar anstrengenden, aber im Sinne der Bewältigung des Geplanten erfolgreichen Arbeitsprozess. Drei Teilnehmer\*innen berichteten von Schwierigkeiten mit dem Konzept, über die Semesterferien hinweg an ihren Hausarbeiten zu arbeiten: > „Direkt im Anschluss an unser letztes Treffen war ich motiviert (...) schiebe ich aber noch etwas nach hinten, da meine Arbeit ja erst im Winter fertiggestellt werden muss und ich meine momentane Fragestellung zunächst auch noch von meinem Dozenten absegnen lassen muss, der jedoch bis Mitte August im Urlaub ist.“ > „Obwohl ich über die Nützlichkeit von Exzerpten genau Bescheid weiß, erstelle ich meist keins oder nur von einem Text, den ich vollständig gelesen und verstanden habe.“ > „Ich finde, dass ich dazu bestimmt noch mehr Literatur finde, wenn ich ordentlich suchen würde. (...) Irgendwie sehe ich mich nicht in der Lage, die Arbeit über einen längeren Zeitraum hinweg zu schreiben. (...) irgendwie ist die Zeit verflogen.“ Eine Teilnehmerin hatte noch gar nicht versucht zu beginnen. Sie wollte darauf warten, dass der Dozent, bei dem sie die Hausarbeit schrieb, ihren Überlegungen zur Fragestellung zustimmte. Sie verschob die Bearbeitung ihrer Hausarbeit auf diese Weise gänzlich auf die Zeit nach unserem Seminar. Sie blieb zwar dabei, aber musste in den Austausch- und Übungssequenzen weitgehend hypothetisch teilnehmen. Für diese Teilnehmerin, die während der vorlesungsfreuen Zeit keinen Zugang zu dem Dozenten hatte, der ihre Arbeit schließlich bewerten würde, wäre ein schreibintensiver Seminaransatz *im* Fach sicher geeigneter gewesen. In den Portfolios fand die Seminarstruktur wenig Erwähnung. Ein\*e Teilnehmer\*in erwähnte sie im Zusammenhang mit ihren Hoffnungen und Erwartungen an das Seminar: > „Dadurch, dass es drei Termine geben wird, an denen wir bereits bei bestimmten Arbeitsschritten angelangt sein sollen, kann man es vermutlich sehr gut als Orientierungshilfe nutzen. Dies wäre auch eine Motivation, bereits frühzeitig zu beginnen und nicht alles Aufzuschieben, wozu ich leider sehr neige.“ ### 3) Was die Studierenden von unseren Inputs, Methoden und Übungen hielten Methoden, Techniken und Wissen über bestimmte Dimensionen des Schreibens (z. B. Argumentieren) spielten in den anfänglichen Erwartungen der Studierenden eine große Rolle. In den Freewriting-Texten, die die interessierten Studierenden während des Vorabtreffens zu ihren Erwartungen an das Seminar geschrieben hatten, waren – nach dem oben genannten Wunsch nach Struktur und der Steigerung der Effizient des eigenen Arbeiten – die häufigsten Worte „Techniken“ und „Methoden“, aber auch Wissen darüber, die man beim wissenschaftlichen Schreiben vorgehen sollte, war gewünscht: > „In dem Seminar möchte ich gerne lernen, wie man eine Hausarbeit vor dem Schreibprozess vorstrukturiert und Ideen und Argumente vor Beginn des Schreibens plant.“ Um dem Wunsch der Studierenden nach Vermittlung handwerklichen Wissens zu entsprechen, führten wir in jeden wichtigen Schritt der Hausarbeitsentwicklung und -bearbeitung zunächst in Form eines kurzen Inputs ein, um den Teilnehmenden danach durch passende Methoden und Übungen Gelegenheit zu geben, ihr eigenes Arbeitsprojekt oder den eigenen Arbeitsprozess in den Blick zu nehmen. Ein Beispiel: Das inhaltliche Planen der Hausarbeitsprojekte und das vorläufige Festlegen einer ersten Fragestellung (erster Block) leiteten wir ein, indem wir in einem kurzen Input erklärten, worauf erfahrene wissenschaftlich Schreibende dabei achten, und wie man sich diese Art des Planens überhaupt vorstellen kann. Danach gaben wir den Studierenden Gelegenheit, anhand von Leitfragen eine erste Planung und eine erste tentative Fragestellung für ihr eigenes Hausarbeitsprojekte zu skizzieren. Danach arbeiteten die Studierenden in Dreiergruppen, stellten ihren Kommiliton\*innen die eigene Planung und vorläufige Fragestellung vor und erhielten von ihnen Feedback in Form von Verständnis- und Konkretisierungsfragen. Nach dieser intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen Ideen und Plänen wurden während der Gruppenarbeiten entstandene Fragen im Plenum besprochen. So oder so ähnlich machten wir es mit allen wichtigen Etappen des Entwickelns der Hausarbeiten der teilnehmenden Studierenden: Einer Einführung in Form eines Inputs folgte die Vorstellung und das individuelle Ausprobieren einer Methode. Die Ergebnisse dieses Ausprobierens wurden in Zweier- oder Dreiergruppen besprochen und schließlich wurde im Plenum diskutiert. Wie aus dieser Beschreibung deutlich wird, spielten Inputs und Methoden eine wichtige und dienende Rolle im Seminar. Wir wählten sie jeweils aus, um die Teilnehmenden in die Auseinandersetzung mit ihren Arbeitsprojekten und ihren eigenen Vorannahmen und Vorgehensweisen zu führen. Das wichtigste Ziel war aber weniger die Methoden zu vermitteln, sondern durch ihren Einsatz bestimmte Anforderungen und Gegebenheiten des Arbeitsprozesses beim Schreiben von Hausarbeiten sichtbar und greifbar zu machen. Damit wollten wir den Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnen, über eigene passende Formen für die Bewältigung der Arbeitsphasen und -schritte nachzudenken, die ihnen bei zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten erneut bevorstanden. Die Portfolios der Teilnehmenden zeigen, dass einzelne Methoden offenbar gut auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten waren: > „Ich werde weiter neue Schreibtechniken ausprobieren und von nun an meinen Schreibprozess etwas anders gestalten.“ > > „Was ich von dem Seminar mitgenommen habe und weiter ausprobieren und üben werde, ist zum einen die Pomodoro-Methode, da sie mir hilft, länger diszipliniert und strukturiert zu arbeiten.“ > > „Zudem werde ich viel häufiger versuchen mir Feedback für meinen Vortrag oder meine Hausarbeit einzuholen, denn mir ist bewusst geworden, wie sehr einem ein konstruktives Feedback von anderen helfen kann.“ > ### 4) Zentrale Erfahrung für die meisten: Reflexion und Austausch Die meisten Portfolios enthalten Aussagen dazu, wie sehr ihnen der ++Austausch mit anderen++ geholfen hat. Die in der Einleitung genannten zwei wichtigen Dimensionen dieses Seminars, die entlastende des sozialen Miteinanders und die handwerkliche der inhaltlichen Weiterentwicklung ihrer Hausarbeiten, werden dabei gleich stark gewichtet. Die folgenden Zitate belegen: Als besonders wertvoll wurde empfunden, nicht allein zu sein; zu sehen, dass jede und jeder ein wenig anders an das Hausarbeitenschreiben herangeht; und gelernt zu haben, den Blick der Kommiliton\*innen auf eigene Zwischenprodukte für die inhaltliche Weiterentwicklung der eigenen Arbeit zu nutzen. #### Bemerkungen zum entlastenden Charakter des sozialen Resonanzraums > „Dabei war es teilweise auch sehr schön zu sehen, dass man mit seinen Sorgen und Bedenken nicht alleine ist.“ > > „Was mir wirklich geholfen hat waren eher Teile, in denen ich mich mit meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen unterhalten konnte.“ > > „Beruhigend war die Tatsache, dass jeder individuell anders an einen wissenschaftlichen Text herangeht und es viele unterschiedliche Wege gibt, wie man so eine Arbeit niederschreibt.“ > > „[…] ebenfalls beruhigend zu wissen [war], dass alle Teilnehmer vor derselben Aufgabe sich befanden und nur unterschiedliche Themenschwerpunkte hatten.“ #### Bemerkungen zum Nutzen des Austauschs für die Arbeit am eigenen, spezifischen Projekt > „Zudem werde ich viel häufiger versuchen mir Feedback für meinen Vortrag oder meine Hausarbeit einzuholen, denn mir ist bewusst geworden, wie sehr einem ein konstruktives Feedback von anderen helfen kann.“ > > „Am wertvollsten war für mich der Austausch mit den anderen Teilnehmenden, da einige wirklich sehr gute Ideen und Tipps hatten, vor allem wenn es um konkretes Feedback zur eigenen Hausarbeit ging.“ > > „Das Austauschen darüber, hat dazu geführt, dass man dabei merken konnte, ob das Thema an sich schlüssig ist oder nicht.“ > > „Ebenfalls führte das permanente Festhalten der Gedanken dazu, dass der Prozess des Brainstormings gefördert wurde und weiterging. Währenddessen kam ich auf mehr Ideen für meine Hausarbeit.“ > > „Mein Feedback-Partner hat mich, auf meine Bitte hin, darauf hingewiesen, dass der Teil noch zu wenig im Kontext meiner Hausarbeit bestehe. Auch konnte ich im Gespräch mit ihm herausfinden, wie ich schlussendlich die verschiedenen Themenbereiche meiner Hausarbeit miteinander verknüpfen konnte.“ ## Diskussion/Schluss In diesem Seminar haben wir aus der Not eine Tugend gemacht, dass Hausarbeiten fast immer während der vorlesungsfreien Zeit und viel zu oft ohne Anleitung durch Lehrende und in großer Einsamkeit geschrieben werden. Dass die Ergebnisse des einsamen, unbetreuten und ohne Feedback und Austausch betriebenen Schreibens im Studium nicht immer gut sind, wird weithin beklagt. Unser Seminarexperiment hat gezeigt, was Studierende brauchen, um bessere Arbeiten zu schreiben, was sie brauchen, um sich durch das Schreiben intensiv mit fachlichen Fragen zu beschäftigen und schließlich was sie brauchen, um durch das Schreiben ein bisschen mehr zu begreifen, was es bedeutet, im jeweiligen Fach wissenschaftlich zu arbeiten. ### Es gibt keinen Algorithmus für das richtige Schreiben Wissenschaftlich zu schreiben ist und bleibt schwierig, da es schlicht eine (wenn nicht sogar die) Form ist, wissenschaftliche Fragen zu stellen, auf wissenschaftliche Weise Materialen zu bearbeiten und daraus wissenschaftliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Schreiben, das gleichzeitig Medium der im Prozess notwenigen Kommunikation mit sich selbst (Planung und Reflektion) ist und der Kommunikation mit der wissenschaftlichen Community dient (der am Ende bewertete Text), ist eine harte Arbeit; ein Handwerk oder eine Kunst, die durch viel Erfahrung lernbar, aber immer wieder aufs Neue schwierig ist. Vor allem in diskursiven, textintensiven Disziplinen, in denen Geschriebenes nicht nur Medium, sondern häufig auch Gegenstand des wissenschaftlichen Schreibens ist, gleicht das wissenschaftliche Schreibenlernen dem Handelnlernen auf einem neuen Planeten ganz aus Sprache. Wissenschaftlich zu schreiben lernt man, indem man es tut. Es gibt keinen Algorithmus, der diese Arbeit reibungslos oder automatisch machen würde. Schreiberfahrenere Studierende, die an unserem Seminar teilgenommen haben, wussten das schon vorher. Diese Studierenden erwarteten z. B. „vom Seminar nicht, dass es einen revolutionären Weg aufzeigt, an Schreibprojekte heranzugehen“ (ein Erwartungs-Freewriting). Stattdessen nutzen sie es, um ihre Routinen und Strategien zu überprüfen und zu reflektieren. Andere, und das betrachten wir als schönes Resultat unseres Workshops, haben nach einem Einstieg mit dem Wunsch, die Aufgabe Hausarbeit „zügiger“ und „effizienter“ bewältigen zu können, im Laufe des Seminars ein realistischeres Verhältnis zu den Schwierigkeiten und Möglichkeiten wissenschaftlichnen Schreibens entwickelt. Durch Eigenarbeit, Austausch und Reflexion sind sie ein bisschen mehr auf dem Planeten „Wissenschaft“ angekommen. ### Das Eigene Im Zuge der intensiven Auseinandersetzung und des Austauschs über eigene Hausarbeitsthemen, vor allem beim Entwickeln der eigenen Fragestellungen, kam zum Ausdruck, dass für etliche Studierende das Bearbeiten fremdgestellter Themen besonders mühsam war. Die im Seminar vorgestellten Formen, sich ein Thema zu eigen zu machen, das auf den ersten Blick nicht interessant scheint, haben in einzelnen Fällen gute Effekte gehabt. Die Bekundung, dass es gelungen sei, „das Forschungsinteresse meiner Hausarbeit auf den Punkt zu bringen“ (Portfolio), „dass ich auf jeden Fall eine persönliche Art des Schreibens entwickelt habe“ (Portfolio) und weitere mündliche Äußerungen darüber, wie überraschend es war, dass die intensive Beschäftigung mit einem Thema das Interessante daran erst zu Tage fördert, zeigten uns, dass das Seminar dazu beigetragen hat, die Teilnehmenden darin zu bestärken, ihre Hausarbeitsprojekte als eigene wissenschaftliche Arbeit zu begreifen. Beides, sowohl die Vielstimmigkeit der Besprechung der einzelnen Projekte, als auch die methodische Vor- und Nachbereitung der planenden, vertiefenden und strukturierenden Phasen ihrer Bearbeitung, trug dazu bei, die (bei einigen Teilnehmenden zunächst herrschende) Vorstellung, eine Hausaufgabe zu machen, durch die Idee zu ersetzen, an einem eigenen Projekt zu arbeiten. ### Fazit: Was wäre ideal? So angemessen unsere Idee war, das Seminar in die vorlesungsfreie Zeit zu legen, in der die teilnehmenden Studierenden ohnehin an ihren Hausarbeiten arbeiten würden, so sehr zeigte sich an vielen Stellen das Fehlen der fachlichen Begleitung und Betreuung. Wie oben geschildert, gab es sogar eine Person, die die Arbeit an ihrer Hausarbeit einstellte, weil ihr die positive Rückmeldung ihres Betreuers auf die inhaltliche Planung und Fragstellung fehlte, die sie im Rahmen des ersten Blocks erarbeitet hatte. Fachlich Betreuende waren in der vorlesungsfreien Zeit nicht greifbar, und das Schreiben von Hausarbeiten ist in der Vorlesungszeit nicht vorgesehen. Es ist eine spannende Frage, wie in einer idealen Situation fachliche Lehre und Betreuung auf der einen Seite mit überfachlicher Unterstützung und Beratung zusammenspielen müsste, um Studierende bei ihrer Fach- und Schreibsozialisation nicht allein zu lassen. Einige Bedingungen lassen sich aber schon jetzt thesenhaft nennen: Studierenden sollten möglichst viele Anlässe zum wissenschaftlichen Schreiben gegeben werden, und zwar so, dass die Erfahrungen, die sie dabei machen, von den Lehrenden eingeordnet und als sachangemessen behandelt werden. Das heißt, bestimmte Schritte, die das Schreiben von Hausarbeiten ausmachen, müssten schon innerhalb von Lehrveranstaltungen und Sprechstunden angeleitet und besprochen werden. Lehrende sollten eigene Vorgenensweisen und Erfahrungen beim wissenschaftlichen Schreiben mit Studierenden teilen, und die Institution müsste die zeitlichen und organisatorischen Voraussetzungen zur Verfügung stellen, Prozesse des fachlichen (Schreiben-)Lernen als hakelige, immer auch unangenehme, notwendig umweghafte (iterative!) Prozesse zu erkunden und zu besprechen, die immer individuell und persönlich, immer anders und niemals einfach 'glatt' oder 'reibungslos' verlaufen. Lernen, zumal im Kontext Wissenschaft, bedeutet nicht nur, Verhaltensweisen anzueignen, sondern sich selbst zu verändern und die Art, wie man denkt und in der Welt steht. Damit das Studium diese Art von Lernen ermöglicht, müssen alle Beteiligten die Sache, um die es dabei geht, ernst nehmen. Auch und vor allem die Hausarbeiten, die Studierende schreiben, und die Perspektiven, Fragen, Erfahrungen, die sie dabei als Lernende machen. --- Als besonders erfolgreich zeigt sich hier, was schreibintensive Lehre im Fach besonders qualifiziert: die Möglichkeit, fachliche Inhalte in fach- und wissenschaftsspezifischen Arbeitsprozessen zu erarbeiten und dabei durch Feedback und Beratung die fachliche Sozialisation zu unterstützen. In unserem fachübergreifend angelegten Seminar fand dadurch, dass die Teilnehmenden an eigenen fachlichen Hausarbeitsprojekten arbeiteten, genau dies statt. Was fehlte, war die fachlich-inhaltliche Beratung und es ist auch deutlich geworden, dass dieses Fehlen zumindest in einem Fall zu Blockaden und damit zum Scheitern unseres Konzepts der durch Zwischendeadlines gestützten Bewältigung wesentlicher Prozessschritte führte. > [Hier könnten wir noch einmal problematisieren, dass Hausarbeiten in den Semesterferien geschrieben werden, ohne dass es eine fachliche Einbettung gibt. "Methoden", "Schreibprozesswissen" und Tun der Studierenden sind in der Universität immer noch an zu vielen Stellen von der fachlichen Anleitung abgespalten und getrennt. Besser wär's, wenn Studierende sich zu ihremn eigenen Schreiben im fachlichen Kontext austauschen könnten, wenn Fachseminare genutzt würden, um Studierende bei der inhaltlichen Planung ihrer Arbeiten zu begleiten und zu unterstützen. Wir könnten noch einmal auf Joline zurückkommen, die nicht anfangen wollte, weil ihr Prof ihr während der Zeit, in der sie an der Arbeit was machern hätte können, kein inhaltliches "go" geben konnte. Wir könnten auch kritisieren, dass ein Seminar der Art wie wir es angeboten haben, zwar hilfreich sein kann um sich einmal über das wissenschaftliche Schreiben auszutauschen, dass dieser Austausch eigentlich das gesamte Fachstudium begleiten müsste, und dass es erstrebenswert wäre, wenn Lehrende Studierende in fachlichen Veranstaltungen dazu anregen würden, zusammenzuarbeiten, und wenn sie ihnen mehr über die eigene Arbeitsweise erzählen würden. Es müssen m.E. neue, der Massenuniversität angemessene Formen von Meister-Lehrlings-Kommunikationsformen in den Fächern gefunden werden. Lehrende müssten viel mehr die Rolle von Vorbildern auch auf der Ebene des Tuns einnehmen. ] ![](https://pad.gwdg.de/uploads/upload_b6bf267b4b45998359de8badf2cf3dfe.png) > „Mir ist aufgefallen, dass ich auf jeden Fall eine persönliche Art des Schreibens entwickelt habe und sehr gut einschätzen kann wie, wann und wo ich am besten an wissenschaftlichen Texten arbeiten kann.“ Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass der Erfolg der Reflexion und des Austausches nicht von dem Erfolg der Übungen abhängt. Dies zeigt sich vor allem auch daran, dass selbst bei Übungen, die von den Studierenden als wenig hilfreich und nicht zielführend empfunden wurden, eine sinnvolle Reflexion und ein sinnvoller und hilfreicher Austausch stattgefunden hat: > „Das Konzept des Seminars, den Schreibprozess zu begleiten, ist klug und sinnvoll, allerdings hat dies für mich nie funktioniert. […] Was mir wirklich geholfen hat waren eher Teile, in denen ich mich mit meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen unterhalten konnte.“[^2] [^1]: (1) Wie ist es mit der Literatursuche gelaufen? Habt Ihr einen Überblick über das, was Ihr für Eure Hausarbeit nutzen möchtet? (2) Was habt Ihr schon tiefergehend gelesen? Habt Ihr dabei Erfahrungen gemacht, die Ihr teilen könnt? (3) Hat sich in den letzten Wochen Euer Blick auf das Thema (Fragestellung, Idee …) verändert? Wenn ja, wie? (4) Was geht Euch im Zusammenhang mit der Hausarbeit noch durch den Kopf? [^2]: Wir möchten an dieser Stelle allerdings anmerken, dass diese Person im Porfolio auch mehrere Übungen als erfolgreich und sinnvoll bezeichnet. Dass unser Konzept bei ihm nie funktioniert hat, ist damit ein Übertreibung.> [Diese Fußnote finde ich etwas apologetisch.] ## Material ### Svenja Bauer - „Dabei war es teilweise auch sehr schön zu sehen, dass man mit seinen Sorgen und Bedenken nicht alleine ist.“ - „Was ich von dem Seminar mitgenommen habe und weiter ausprobieren und üben werde, ist zum einen die Pomodoro-Methode, da sie mir hilft, länger diszipliniert und strukturiert zu arbeiten.“ - „Daher möchte ich jetzt ausprobieren, mich mehr auf den Inhalt zu konzentrieren und auch unschöne Formulierungen oder abgehakte Sätze in Kauf nehmen, um möglichst flüssig denken und schreiben zu können. Darin bestärkt hat mich auch ein Zitat aus dem Seminar, wo ein Wissenschaftler, welcher regelmäßig viele Texte veröffentlicht, schrieb, dass er etliche Versionen schreibt, bis der Text letztendlich ausformuliert ist und er ihn einsendet.“ ### Mathis Hoffmeister - „Durch dieses Seminar möchte ich lernen, schneller, zielführender und letztendlich erfolgreicher Hausarbeiten zu verfassen.“ - „Diese Übung [Inhaltliche Planung mit dem Pentagon] hat mir tatsächlich sehr geholfen, mir meinen Zielen bewusster zu werden. Zwar habe ich die erarbeitete Planung letztendlich nicht in dieser Form umgesetzt, aber es hilft auf jeden Fall, sich vor dem Schreiben klar zu machen, in welche Richtung die Hausarbeit gehen soll. Auch im Verlauf der Hausarbeit habe ich mir dieses Schaubild öfter angeschaut, zum Beispiel um meine Fragestellung zu präzisieren.“ - „Diese Übung [Strukturieren mit Post-Its] hat mir sehr geholfen, da das Feedback meines Partners mir aufgezeigt hat, wie sehr ich mich noch fokussieren musste. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen großen Haufen an möglichen Themen vor mir, die allesamt ausführlich hätten bearbeitet werden können. Im dritten Schritt konnte ich, zusammen mit ihm überlegen, wie ich die Hausarbeit fokussierter strukturieren und somit die Seitenanzahl einhalten kann.“ - „Mein Feedback-Partner hat mich, auf meine Bitte hin, darauf hingewiesen, dass der Teil noch zu wenig im Kontext meiner Hausarbeit bestehe. Auch konnte ich im Gespräch mit ihm herausfinden, wie ich schlussendlich die verschiedenen Themenbereiche meiner Hausarbeit miteinander verknüpfen konnte.“ - „Das Konzept des Seminars, den Schreibprozess zu begleiten, sit klug und sinnvoll, allerdings hat dies für mich nie funktioniert. […] Was mir wirklich geholfen hat waren eher Teile, in denen ich mich mit meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen unterhalten konnte.“ ### Joline Niewöhner - „Von diesem Seminar erwarte ich insgesamt meinen bisherigen Schreibprozess reflektieren und verbessern zu können. Ich hoffe durch den Austausch mit meinen Kommiliton\*innen neue Strategien kennenzulernen und meine bisherigen Probleme thematisieren zu können.“ - „Zudem erhoffe ich mir an mein neues Schreibprojekt anders heranzugehen, indem ich neue Strategien sofort ausprobiere.“ - „Das Brainstorming gefiel mir sehr gut und half mir das Forschungsinteresse meiner Hausarbeit auf den Punkt zu bringen.“ - „Ich werde weiter neue Schreibtechniken ausprobieren und von nun an meinen Schreibprozess etwas anders gestalten. Zudem werde ich viel häufiger versuchen mir Feedback für meinen Vortrag oder meine Hausarbeit einzuholen, denn mir ist bewusst geworden, wie sehr einem ein konstruktives Feedback von anderen helfen kann.“ - „Im Seminar Schreiben im Studium: Prozesse, Strategien und Zusammenarbeit. wiederholten sich teilweise theoretische Inputs und es wurde meiner Meinung nach zeitweise etwas zu viel vorgetragen. Trotzdem empfand ich die Inputs als sehr hilfreich.” ### Merle Brix - „Dadurch, dass es drei Termine geben wird, an denen wir bereits bei bestimmten Arbeitsschritten angelangt sein sollen, kann man es vermutlich sehr gut als Orientierungshilfe nutzen. Dies wäre auch eine Motivation, bereits frühzeitig zu beginnen und nicht alles Aufzuschieben, wozu ich leider sehr neige.“ - „Ich wünsche mir auch, dass wir die Möglichkeiten bekommen, Fragen zu stellen, die während des Schreibprozesses aufkommen und somit auch das Seminar ein wenig mitgestalten können, wenn es Aspekte gibt, die viele beschäftigen.“ - „Diese Visualisierung [Post-Its] meines Schreibprozesses zeigt meiner Meinung nach deutlich, dass er noch unausgereift ist.“ - „Ich habe gelernt, dass man sich das Schreiben von Hausarbeiten um einiges vereinfachen kann, wenn man die Sache strukturierter angeht und einen Plan hat. Zuvor habe ich oftmals einfach irgendwie versucht anzufangen und zu lesen und dann zu schreiben, was mich sehr demotiviert und oftmals davon abgehalten hat, überhaupt anzufangen. Denn ich wusste nicht wirklich, wo ich überhaupt anfangen sollte.“ - „Am wertvollsten war für mich der Austausch mit den anderen Teilnehmenden, da einige wirklich sehr gute Ideen und Tipps hatten, vor allem wenn es um konkretes Feedback zur eigenen Hausarbeit ging.“ - „Alles in allem hat mich das Seminar motiviert, meine Hausarbeit zu schreiben und ich habe viel daraus mitgenommen und einige Methoden werde ich sicherlich auch in Zukunft verwenden.“ ### Elena Bitter - „Das Problem meinerseits ist, dass ich keine richtige Struktur und vor allem keine Schreibstrategien beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten habe.“ - „Beruhigend war die Tatsache, dass jeder individuell anders an einen wissenschaftlichen Text herangeht und es viele unterschiedliche Wege gibt, wie man so eine Arbeit niederschreibt.“ - „[…] ebenfalls beruhigend zu wissen [war], dass alle Teilnehmer vor derselben Aufgabe sich befanden und nur unterschiedliche Themenschwerpunkte hatten.“ - „Das Austauschen darüber, hat dazu geführt, dass man dabei merken konnte, ob das Thema an sich schlüssig ist oder nicht.“ - „Ebenfalls führte das permanente Festhalten der Gedanken dazu, dass der Prozess des Brainstormings gefördert wurde und weiterging. Währenddessen kam ich auf mehr Ideen für meine Hausarbeit.“ - „Allein die Tatsache, dass man sich dazu verpflichtet hat das Seminar zu besuchen und sich auf eine Hausarbeit zu einigen, an der man arbeitet, hat meinen Arbeitsprozess enorm unterstützt. Nicht nur, weil ich im ersten Block schon meine Fragestellung hatte, sondern weil ich auch wusste, dass wir einige Textstellen oder Abschnitte durchsprechen oder uns diese gegenseitig korrigieren.“ - „Auf den dritten Block habe ich mich besonders gefreut, das wir unsere Abschnitte aus der Hausarbeit uns gegenseitig vorstellen konnten und korrigieren, diese Übung ist etwas zu kurz ausgefallen.“ - „Jedoch hätten wir noch etwas mehr Zeit für das Diskutieren und Austauschen über eigene Abschnitte gebrauchen können.“ - „Rückblickend wünsche ich mir, ich hätte das Seminar zu Beginn meines Studiums gemacht.“ - „Mir ist aufgefallen, dass ich auf jeden Fall eine persönliche Art des Schreibens entwickelt habe und sehr gut einschätzen kann wie, wann und wo ich am besten an wissenschaftlichen Texten arbeiten kann.“ ### Jana Kollo - „[Ich erhoffe mir] mehr Struktur und Qualität in meine Hausarbeiten und andere Schreibprojekte zu bringen. Dafür würde ich gerne Techniken oder Methoden kennenlernen. die mir einen strukturierteren Ablauf und ein reibungsloseres Schreiben ermöglichen.“ - „Zum einen war es beruhigend zu hören, dass ich nicht die einzige bin, die zeitweise - Wichtig: Individualität berücksichtigen? Was kann man als Lehrender tun, um den - Es muss ein Rahmen für Austausch geben, zu konkreten individuellen Fragen, zu individuellen Bedarfen # To-Dos - [ ] E-Mail an die Schreiberlinge, sagen, dass wir anonymisiert zitieren, wer nicht, soll Bescheid geben `Marko` ###### tags: `Marko` `Stefanie`